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Der Schneemann

In jener Nacht, als alle Kinder tief schlafend in ihren Betten lagen, fing es an zu schneien. Zuerst leicht, später immer stärker.

Als Kobus morgens aufwachte und nach draußen schaute, sah er eine dicke Schneeschicht.

„Mutti?“, fragte Kobus. „Mutti, darf ich später in den Garten gehen? Dann werde ich einen Schneemann bauen!“

Mutti schaute nachdenklich aus. „Ist das jetzt wirklich eine gute Idee, mein Junge? Du bist erkältet und es ist eiskalt draußen. Bleib lieber bei mir im Haus.“

Aber Kobus sagte, dass er nicht mehr huste und eine dicke Mütze tragen würde, seine Stiefel und auch noch seinen gestrickten Schal.

Mutti musste lachen: „Nun, dann mal los, du Schlingel.“

Ein wenig später lief Kobus, warm angezogen, in den Garten. O, was für eine dicke Schneeschicht! Er fing gleich an den Schneemann zu bauen. Zuerst machte er einen großen Schneeball. Er rollte ihn durch den Schnee bis der Ball groß genug für den Körper des Schneemanns war. Danach machte er den zweiten Schneeball. Ein bisschen kleiner als den ersten. Das war der Kopf. Er legte die Schneebälle aufeinander. Das sah schon gut aus! Dann suchte er nach einigen Zweigen und brach sie in der Mitte durch. Ein Zweig diente als Mund, vom anderen Zweig brach er kleine Stücke ab für die Augen. Aus der Scheune holte Kobus eine Winterkarotte. Sie diente als Nase. In der Scheune lag auch noch eine Kappe seines Vaters. Er setzte die Kappe dem Schneemann auf den Kopf. Jetzt war er fertig!

„Mutti“, rief Kobus. „Schau dir meinen Schneemann an! Ist er nicht schön?”

Mutter kam aus der Küche und machte große Augen.

„Klasse!“, rief sie. „Na, wenn das kein vornehmer Herr ist!” Dann ging sie schnell wieder ins Haus, weil sie fror. Kobus sah sich den Schneemann noch mal kurz an. Dann drehte er sich um. Er wollte ins Haus gehen. Es war doch extrem kalt draußen! Dann hörte er eine Stimme direkt hinter sich.

„Ach ja, geh schnell zum warmen Herd und lass mich hier in der Kälte stehen!“

Kobus schaute sich um. Wer hatte das gesagt?

„Ja, das war ich!“, sagte der Schneemann.

Kobus machte große Augen. „Kannst du denn reden?“, fragte er.

„Gewiss!“, sagte der Schneemann. „Du hast mir doch einen Mund gegeben. Und nun stehe ich hier und erfriere vor Kälte. Du hast mich hier hingestellt, jetzt solltest du auch dafür sorgen, dass mir warm wird! Du trägst warme Kleidung, aber ich bin komplett nackt!“

Kobus schaute betroffen. Der Schneemann hatte recht!

„Ich...ich… ähm… Ich werde mal schauen, ob ich Kleidung für dich finden kann“, sagte er und ging wieder in die Scheune. Eine Jacke seines Vaters, mit einem Riss, hing an einem Nagel und daneben ein Stück Gardine. Kobus klemmte sich alles unter den Arm und lief in den Garten. Dort zog er den Schneemann an. Zuerst die Jacke vom Vater. Sie war viel zu eng, die Knöpfe schlossen nicht. Danach das Stück Gardine. Er knotete es um den Hals des Schneemanns.

„Nun“, sagte Kobus. „Jetzt bist du schön warm, oder?”

Aber der Schneemann murrte: „Naja...ich friere noch immer! Die Jacke ist viel zu klein, der Wind peitscht mir einfach über den Rücken!“

Kobus ging ins Haus um zu schauen, ob er auf dem Dachboden vielleicht Kleidung finden könnte. Im Flur sah er, dass der Mantel seiner Mutter an der Garderobe hing. Der Mantel war warm mit einem Pelzkragen. Kobus nahm den Mantel von der Garderobe, lief nach draußen und zog ihm dem Schneemann an.

„Endlich“, sagte der Schneemann. „Endlich wird mir etwas warm!“

Kobus war müde vom hin und her laufen und ging ins Haus, damit er ein wenig ausruhen konnte. Seine Mutter war in der Küche und machte einen leckeren Kakao für sie beide. Als sie mit den Tassen ins Zimmer trat, schaute sie zufällig nach draußen. „Was ist hier denn los?“, sagte sie. „Wieso trägt dieser Schneemann meinen schönen Mantel?“

Kobus seufzte: „Er fror!“

Mutti lachte: „Ein Schneemann muss frieren! Na los, Kobus. Hole mir schnell meinen Mantel wieder!“

Kobus ging nach draußen. „Meine Mutti will ihren Mantel wieder zurück haben“, sagte er. „Ich kann nichts dafür“.

„Och“, sagte der Schneemann. „Das macht nichts, denn ich glaube, die Sonne fängt bald an zu scheinen und dann wärme ich mich wieder von selbst auf.“

Das geschah auch. Ein wenig später kam die Sonne durch. Sie schien so hell auf den Schneemann, dass diesem warm wurde und er zu schmelzen anfing... Nichts als ein Pfütze, eine alte Jacke, ein Teil einer Gardine und die Kappe des Vaters blieben übrig...

Schreiber: Unbekannt

Übersetzung ins Deutsche: Annika Roßmanith

Deutsch

Niederländisch

der Schneemann

de sneeuwman

der Garten

de tuin

erkältet

verkouden

der Körper

het lichaam

der Kopf

het hoofd

der Zweig

de tak

der Mund

de mond

die (Winter)karotte

de (winter)wortel

die Nase

de neus

die Stimme

de stem

erfrieren

bevriezen

die Kleidung

de kleding

die Jacke

het jasje

die Gardine

het gordijn

der Dachboden

de zolder

der Mantel

de jas

der Kakao

de chocolademelk

die Sonne

de zon